Mein Verständnis …

… vom Lernen

„Man lernt nie aus“, sagt der Volksmund. Wir erleben im Laufe unseres Lebens immer wieder neue Situationen, die uns herausfordern und uns dazu bringen, gewohnte Verhaltensweisen zu überdenken. Viele Menschen lassen sich auch bewusst und absichtlich auf unbekannte Aufgaben ein, weil sie etwas Neues erfahren wollen. Lernen erweitert unsere Handlungsmöglichkeiten und vergrößert unser Verständnis von der Welt, von unseren Mitmenschen und von uns selbst. Lernen ist ein komplexer Prozess und eine aktive Tätigkeit, die uns als gesamte Persönlichkeit fordert. Lernen kann manchmal unbequem sein, weil wir mit unseren inneren Einstellungen und Werthaltungen konfrontiert werden, die mitunter nicht mehr zu den aktuellen Aufgaben passen.

Wenn wir mit anderen Menschen zusammenarbeiten, können wir durch den Austausch mit ihnen gegenseitig von unseren Lernerfahrungen profitieren. Darum ist das Lernen in Gruppen meist intensiver.

… von Bildung

Bildung hat mit „bilden“ und „formen“ zu tun, ist also eine aktive Leistung, die Personen an sich selbst vollziehen. Das „Baumaterial“, das wir dazu benötigen, befindet sich überall auf der Welt und stellt sich uns quasi zur Verfügung.

Bildung wird in unserer Gesellschaft oft gleichgesetzt mit schulischer Bildung und meint vor allem die Reproduktion von Wissen. Langfristig wirksame Bildung orientiert sich jedoch nicht an Lehrplänen, sondern baut auf den Kompetenzen und Talenten der Personen auf und verhilft ihnen zu einer optimalen Entwicklung ihrer Stärken. Oft nehmen wir uns erst im Erwachsenenalter das Recht heraus, die Dinge zu lernen, die uns interessieren und die wir wirklich beherrschen wollen.

Wir sind gefordert, uns für die Erweiterung oder auch den Erhalt unserer beruflichen Möglichkeiten immer wieder fortzubilden. Darüber hinaus geht es uns auch um die Förderung unserer Talente und die Bildung unserer persönlichen Eigenschaften. Oft konnten wir uns genau darin in unserer Schullaufbahn nicht zufriedenstellend bilden.

Es ist ein großer Widerspruch und eine große Ungerechtigkeit, dass die Angebote der Erwachsenenbildung zumeist nicht für die Teilnahme von behinderten Menschen geplant sind. Ich bin fest entschlossen, dies innerhalb meines Einflussbereichs zu ändern.

… vom Hintergrund und der Notwendigkeit inklusiver Bildung

Mit dem Begriff „all inclusive“, alles inklusive, können die meisten Menschen zumindest im Bereich der Urlaubsplanung etwas anfangen. Wenn es um Menschen mit Einschränkungen geht, sieht die Realität schon ziemlich anders aus. Ihre Einbindung ins Leben in unserer Gesellschaft und ihre Mitwirkung bei Entscheidungen, die sie betreffen, sind noch immer keine Selbstverständlichkeit, obwohl es Bemühungen in diese Richtung gibt.

Die Gesellschaft besteht aus einzelnen Individuen mit eigenen Fähigkeiten, Talenten und Kompetenzen. Diese Individuen beeinflussen durch ihre Gedanken, ihre Überzeugungen und ihre Verhaltensweisen ihre Umgebung und gestalten somit das Gesamtgefüge unserer Gesellschaft. „Die Gesellschaft“ sind wir alle. Aufgrund der Individualität und der Einzigartigkeit jedes Menschen entsteht eine große Vielfalt und Heterogenität, auch hinsichtlich Werthaltungen und auch im Umgang mit dem Thema „Behinderung“.

Bildung muss meiner Auffassung nach so gestaltet sein, dass alle Menschen davon profitieren können. Bildungsangebote, die inklusiv sind und niemanden aufgrund von Einschränkungen jedweder Art ausschließen, bergen ein großes Potenzial für die Entwicklung von Umgangsweisen miteinander in all unserer Verschiedenheit. Wenn gegenseitige Wertschätzung herrscht, lernen alle Beteiligten voneinander und regen einander gegenseitig zum Nachdenken an.

… vom Begriff „Behinderung“

Behinderung ist für mich keine Eigenschaft von Individuen, auch kein anderer Begriff für Beeinträchtigung. Behinderung ist für mich die Folge von gesellschaftlich entstandenen Rahmenbedingungen, die Menschen mit Funktionsbeeinträchtigungen in ihrem selbstbestimmten Lebensvollzug behindern. Darum spreche ich auch (wieder) von behinderten Menschen und nicht von Menschen mit Behinderung.

Geschätzte 95% der österreichischen Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens selbst oder im engen Familienkreis, vorübergehend oder dauerhaft mit Einschränkungen körperlicher, mentaler oder psychischer Art konfrontiert. Wir täten alle gut daran, Begegnungen mit behinderten Menschen als Chance zu sehen, Vorurteile abzubauen, etwas über die verschiedenen Arten der Kommunikation mit ihnen zu lernen und mehr über sie als Personen, über ihre Lebensweise und über einen angemessenen Umgang mit ihnen zu erfahren.

… von meiner Aufgabe

Es geht mir um die Verbreitung einer Haltung, die die Wertschätzung von Menschen und den Respekt vor ihren je eigenen Kompetenzen in den Mittelpunkt stellt. Ich leite Personen für die Wahrnehmung der enormen Vielfalt in unserer Gesellschaft und im Umgang mit ihr an und unterstütze sie beim Finden von neuen Denk- und Handlungsmöglichkeiten.

Mein Ziel als Trainerin

ist, dass die Teilnehmenden das Lernen lustvoll erleben, dass sie Ideen entwickeln und Erkenntnisse erlangen, die sie in ihrer persönlichen Entwicklung voran bringen.

Als Trainerin und Erwachsenenbildnerin verstehe ich mich als Katalysator.

Ein Katalysator ist in der Chemie ein Stoff, der Verbindungen fördert oder hemmt, ohne sich selbst zu ändern. Ohne diesen Katalysator würde die jeweilige (chemische) Reaktion sehr viel langsamer oder gar nicht erfolgen. Meine Interventionen wirken ähnlich, sie fördern die Entstehung von Verbindungen zwischen Menschen. Ganz stimmt der Vergleich natürlich nicht, weil ich mich durch die Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden in meinen Seminaren sehr wohl auch selbst verändere. Ich lerne ständig dazu und gehe aus jedem Seminar an Erfahrung reicher hinaus. Dasselbe wünsche ich mir für die Teilnehmenden.


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